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Lebensmittelmotten bekämpfen mit Schlupfwespen

Effektiv Lebensmittelmotten bekämpfen

LebensmittelmotteLebensmittelmotten sind schlichtweg unappetitlich, egal ob sie in der Küche krabbeln oder sich im Vorratsraum aufhalten. Wer Anzeichen der Schädlinge bei sich in der Küche oder dem Vorratsraum entdeckt, sollte umgehend handeln. Entgegen der weitläufigen Meinung haben Lebensmittelmotten nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Sie hocken schon vorher in einer Verpackung und breiten sich dann, kaum dass sie in der Einkaufstüte die heimische Küche erreicht haben, kontinuierlich in den Vorräten aus. Mit ihren scharfen Kauwerkzeugen knabbern sie ein Loch in die Schachtel und schupps – sind sie im Lieblingsmüsli! Verpackungen aus Papier, Plastik oder Aluminium stellen für sie keine Hindernisse dar.

 

Wie entstehen Lebensmittelmotten und wo legen diese ihre Eier ab?

Dabei handelt es sich bei den Insekten strenggenommen um kleine Schmetterlinge. Doch Motten in der Küche verbreiten weniger Freude als ihre farbenprächtigen Verwandten in freier Wildbahn. Wer einen Befall mit Lebensmittelmotten bei sich vermutet, muss davon ausgehen, dass die neuen Mitbewohner extrem gefräßig sind. In Form von Eiern setzen sie ungehindert die nächste Generation Schädlinge in die Welt. Aus dem Gelege (rund 200 bis 500 Eier!) entwickeln sich die gefräßigen Larven. Denn nicht der Falter an sich, sondern die Raupen, sind die eigentlichen Übeltäter. Haben diese genug von den Vorräten gefuttert und sind geschlechtsreif, verpuppen sie sich und werden zum Falter. Dieser legt wiederum neue Eier ab.

 

Welche Lebensmittel bevorzugen Lebensmittelmotten?

Vielzahl von Vollkornbrot und LebensmittelNahrungsmittelmotten gibt es generell drei verschiedene Arten. Die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) kommt besonders häufig vor. Sie frisst sich am liebsten durch Getreideprodukte, Schokolade, Kakao, Nüsse und Hülsenfrüchte, Kaffee, Nudeln, Gewürze, Tee oder frisches wie getrocknetes Obst. Die Mehlmotte (Ephestia kuehniella) hingegen frisst sich zwar ebenfalls durch alle Mehlprodukte und Getreidekörner (sehr gerne durch Maiskörner), lässt sich aber auch Obst und Gemüse gut schmecken. Der Mehlzünsler (Pyralis farinalis) hingegen ist ein wahrer Vielfraß. Diese Mottenart isst schlichtweg alles – selbst Schimmelpilze scheinen dem Schädling gut zu munden.

 

Lebensmittelmotten bekämpfen mit Schlupfwespen

Während im industriellen Bereich die regelmäßige Begasung ganzer Produktionshallen üblich ist, um Lebensmittelmotten sicher zu eliminieren, steht man zuhause oft vor einem scheinbar unlösbaren Problem. Vor allem, wenn man biologische und für den Menschen ungiftige Substanzen sucht. Zur Bekämpfung von Lebensmittelmotten haben sich deshalb mittlerweile Schlupfwespen etabliert. Wer davon noch nichts gehört hat sollte berücksichtigen, dass Schädlingsbekämpfung nicht unbedingt ein partytaugliches Lifestyle-Thema ist.

 

Eine Bekämpfung erfolgt folgendermaßen:

Lebensmittelmotten bekämpfenSchlupfwespenarten wie zbsp. die Trichogramma ist eingepackt in kleine Kärtchen. In dem Sachet enthalten sind die Eier der Trichogramma Evanescens, also jener speziellen Wespe, welche die natürliche Schädlingsbekämpfung vornimmt. Aus der präparierten Karte schlüpfen die mikroskopisch kleinen Insekten heraus und beginnen mit der Arbeit. Jede Schlupfwespe ist nur 0,3 bis 0,4 Millimeter klein. Die Nützlinge sind sogenannte „Ei-Parasiten“. Sie unterscheiden die verschiedenen Stadien der Lebensmittelmotten und greifen zielgenau die Motteneier an. Dort hinein legen sie ihren eigenen Nachwuchs. Der Lebenszyklus der Motte ist damit beendet. Am Ende schlüpft aus dem Ei eine neue Wespe. Sie geht abermals auf die Suche nach neuen Eiern, um auch diese zu besetzen und somit zu vernichten. Nach einiger Zeit ist die gesamte Küche von Lebensmittelmotten bzw. den gefräßigen Raupen befreit. Finden die Schlupfwespen keine neuen Eier vor (weil die Motten vernichtet sind), sterben sie ebenfalls ab.

Weil es keinen anderen effektiven Mottenschutz gibt, sind manche Küchen seit Jahren ein wahres Eldorado für die Schädlinge. Sie kehren immer wieder. Der Lebenszyklus von Küchenmotten dauert maximal 80 Tage (von der Eiablage bis zum Lebensende). Aus diesem Grund müssen die Kärtchen mit den Schlupfwespen mehrfach nachgelegt werden, um auch ganz sicher alle Generationen der Motten auszurotten.

Übrigens: Auch in das eigene Auto sollte man vorsichtshalber die Kärtchen legen. Schließlich können bereits während eines vorangegangenen Transportes Motten entwichen sein und nun im PKW auf eine neue, frische Ladung an Nährmitteln waren.

 

Können Lebensmittelmotten Krankheiten übertragen?

Auch wenn keine direkte gesundheitliche Gefahr von den kleinen Tieren ausgeht, sorgen sie doch dafür, dass Lebensmittel ungenießbar werden und verderben. Unbehandelt breiten sich die Plagegeister immer weiter aus und kontaminieren irgendwann die gesamten Vorräte. Wer einen Befall seiner Nahrung bemerkt, sollte zum Gegenangriff übergehen. Nur damit, dass das befallene Produkt entsorgt und die Küche gründlich gereinigt wird, ist es nämlich leider nicht getan. Da die Motten ihre Eier in winzigen Ritzen und dunklen Ecken ablegen, sitzt die nächste Generation an Larven bereits in den Startlöchern. Streng genommen müsste man die gesamte Küche demontieren und desinfizieren, um die nur wenige Millimeter großen Nester sicher aufzuspüren und zu vernichten.

 

Wie sehen Lebensmittelmotten aus?

Die wenigsten Betroffenen werden Lebensmittelmotten je zu Gesicht bekommen, denn es handelt sich um licht- und luftempfindliche kleine Falter. Die scheuen Flattertiere haben eine Flügelspannweite von maximal 30 Millimeter und sind hellbraun bis beige marmoriert gefärbt. Die Eier sind winzig klein (0,03 Millimeter). Die sich daraus entwickelnden Larven sind weißlich-grau und rund 20 Millimeter groß. Und genau diese Larven hinterlassen ihre charakteristischen Spuren. Man erkennt es beim Blick in die Verpackung: Sie spinnen einen feinen Flaum um die Nahrung, der ähnlich wie ein Spinnennetz oder Schimmel erscheint. Unter diesem Gespinnst hausen die Larven und bilden irgendwann einen Kokon zur weiteren Vermehrung. Um die Motten verschwinden zu lassen, müssen effektive Gegenmaßnahmen zum Einsatz kommen.

 

Können Lebensmittelmotten eigentlich zu Kleidermotten werden?

Nein, es handelt sich um gänzlich unterschiedliche Arten innerhalb der Familie der Falter. Gleichwohl lassen sich aber beide Arten ganz natürlich mit Schlupfwespen vernichten. Wer also Küchenmotten so bekämpfen möchte kann sicher sein, dass die Nützlinge routinemäßig die Textilien überprüfen und diese ebenfalls von Kleidermotten befreien.

 

Hilfreiche Haushaltstipps und Tricks, um sich vor Lebensmittelmotten zu schützen

Wie bereits beschrieben bemerkt man es meist zu spät, wenn man unbeabsichtigt mit Motteneiern kontaminierte Lebensmittel eingekauft hat. Es gibt jedoch einige Hausmittel, welche die Schlupfwespen bei ihrer Arbeit unterstützen.

Essigwasser

Hilfreich ist es in jedem Fall, die gesamten Küchenmöbel frei zu räumen und mit Essigwasser (oder Chlor) auszuwaschen. Bedenken sollte man allerdings, dass Motten ihre Eier immer in Ritzen und Winkeln verstecken. Insofern müsste man auch hinter den Fußleisten oder in Bohrlöchern putzen, um tatsächlich an die Nester heran zu kommen.

Teebaumöl

Motten sind geruchsempfindlich. Starke ätherische Öle mögen sie nicht und lassen sich deshalb davon temporär vertreiben. Ein mit Teebaumöl beträufeltes Läppchen wird die Larven der Motte nicht vom Fressen abhalten, doch lassen sich damit die ausgewachsenen Tiere eventuell vergrämen.

Kräuter

Immer wieder liest man, dass stark duftende Kräuter wie Thymian oder Oregano vor Mottenbefall schützen sollen. Leider sieht es in der Realität aber so aus, dass selbst Gewürze in Gläsern mit Schraubverschluss befallen sein können.

Duftstecker

Manche Anbieter verkaufen stark aromatisierte Duftstecker oder raten zum Kauf von Lavendelsäckchen oder Zedernholz. Damit lassen sich womöglich die erwachsenen Tiere zeitweise vertreiben, weil sie die Ausdünstungen nicht mögen. Der Befall mit Motteneiern bleibt von solchen Aromaträgern aber ungerührt.

Einfrieren

Wer ganz sichergehen will, kann seine Lebensmittel auch einfrieren. Ist die Temperatur unter dem Gefrierpunkt, so sterben die Tiere ab. Nach rund einer Woche im Gefrierschrank sollten auch die Eier der Motte unschädlich gemacht sein. Doch genießbar werden befallene Lebensmittel dadurch nicht mehr.

Lebensmittel vernichten

Die Frage, welche Lebensmittel wegschmeißen und welche man behalten solle, stellt sich nicht. Es müssen alle Lebensmittel entsorgt werden, weil die Eier der nächsten Generation mikroskopisch klein sind. Sonst bevölkern in wenigen Wochen frisch geschlüpfte Lebensmittelmotten die Vorräte.

 

 


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