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Kleidermotten bekämpfen mit Schlupfwespen

Kleidermotten bekämpfen mit Schlupfwespen

Kleidermotten bekämpfenLieblingskleidungsstücke oder andere hochwertige Textilien haben die Kleidermotten „zum Fressen gern“. Da spart man das Geld für den schicken Designerpulli mühsam zusammen, um das begehrte Stück endlich in der angesagtesten Boutique der Stadt in Besitz nehmen zu können. Wenn dann der große Abend kommt und das exquisite Teil ausgeführt werden soll, traut man seinen Augen kaum: Fiese Löcher an Dekolleté und Bündchen! Wer dann im Schrank nach der Ursache oder gar dem eigentlichen Verursacher sucht, hat schlechte Karten – Kleidermotten sind extrem lichtscheu und zudem auch winzig klein. Um die kostspielige Garderobe zukünftig vor einem solchen Desaster zu bewahren, sollte zügig gehandelt werden. Nur mit einem ausgeklügelten Konzept, etwas Ausdauer und der richtigen Kleiderpflege lassen sich Motten langfristig bekämpfen.

Wie entstehen Kleidermotten und wo findet man sie?

Schmetterlingsgeschöpfe sind eigentlich harmlose Nachtfalter. Im Unterschied zu ihren farbenprächtigen Verwandten, die im Frühjahr von Blume zu Blume flattern, bevorzugen Kleidermotten als Lebensraum aber eher die düsteren Ablagefächer des Kleiderschranks. Hier finden sie nämlich ein reich gedecktes Büffet vor, von dem sie nach Herzenslust schlemmen dürfen. Dazu muss man wissen, dass Motten kleine Feinschmecker sind. Vor allem hochwertige Bekleidung hat es ihnen angetan. Sie ernähren sich bevorzugt von natürlichen Textilien. Dazu zählen alle Arten von Wolle (Schafswolle, Lammwolle, Merinowolle, Kaschmir, Angora, Mohair, Kamelhaar, Alpakawolle, Vikunjawolle, Filz und Loden) sowie luxuriöse Seide und sogar Pelze.

Doch es passiert auch, dass sie sich einmal an einem synthetischen Kleidungsstück vergreifen und in Leggings aus Nylon oder Shirts aus Polyacryl ein entsprechendes Loch hineinfressen. Selbst Teppiche, Möbelbezugsstoffe und Bett- oder Tischwäsche aus Baumwolle sind vor ihnen nicht sicher. Der Grund für Kleidermotten ist also nicht mangelnde Hygiene, sondern schlichtweg eine hochwertige Garderobe bzw. Wohnausstattung. Viele wissen nicht, dass Kleidermotten schädlich für Menschen sind. Sie hinterlassen Ausscheidungen, die in den Hausstaub übergehen und so das Allergierisiko fördern können.

 

Mit Schlupfwespen die Kleidermotten bekämpfen – eine Hilfe um den Mottenbefall chemiefrei loszuwerden

KleidungSchutzmaßnahmen um Kleidermotten vorzubeugen oder loszuwerden gibt es einige, jedoch sollte man vom chemischen Giftcocktail die Finger lassen. Alle toxischen Präparate gehen in die Atemluft und die Textilien über. Gleichwohl sind harmlose „Hausmittel“ wie Lavendelsäckchen oder Zirbenholzanhänger nur gut riechende Düfte, die keine abschreckende oder gar vernichtende Wirkung bei Kleidermottenbefall haben. Die im Handel erhältlichen Lockfallen sammeln höchstens verwirrte Männchen nach der Befruchtung ein, die in die mit Pheromonen angereicherten Fallen hereintappen. Nicht auszuschließen ist auch, dass so Textilmotten aus der Nachbarschaft geradewegs angelockt werden. Wer Kleidermotten Anzeichen bei sich entdeckt und die Eier effektiv aufspüren und biologisch bekämpfen möchte, kann mit gutem Gewissen auf Schlupfwespen zurückgreifen. Es handelt sich hierbei um wahre Nützlinge gegen Kleidermotten und Angst muss man erst nicht vor ihnen haben.

Die „Trichogramma evanescens“, so der zoologische Name der Wespen, können Kleidermotten natürlich bekämpfen. Und das geht so: Man legt eine schmale Karte in die Kommode oder den Schrank, wo die Schädlingsbekämpfung stattfinden soll. Aus diesem Sachet schlüpfen nun die winzig kleinen Nützlinge und beginnen mit der Arbeit. Solche Schlupfwespen sind sogenannte „Ei-Parasiten“. Sie suchen also die Motteneier, bohren sie auf und deponieren darin ihren eigenen Nachwuchs. Statt der nächsten Mottengeneration schlüpft nach einiger Zeit die nützliche Schlupfwespe – und macht sich ebenfalls wiederum auf die Jagd nach frischen Motteneiern, um ihren eigenen Nachwuchs darin abzulegen. Übrigens: die kleinen Schlupfwespen sind nur 0,3 bis 0,4 Millimeter groß und deshalb mit bloßem Auge nicht wahrzunehmen. Ganz biologisch bekämpfen sie die Schädlinge, ohne selbst dabei zum lästigen Plagegeist zu werden.

 

Wie sehen Kleidermotten-Nester aus bzw. wie erkennt man diese?

Das Tier an sich ist eher unscheinbar. Da eine Motte nur knapp 10 Millimeter groß ist, bräunlich-beige gefärbte Flügel hat und meist herumkriecht, ist sie im dunklen Kleiderschrank kaum aufzufinden. Auf frischer Tat lässt sie sich sowieso nicht ertappen, denn die Motte an sich ist gar nicht der Auslöser der Löcher-Misere, sondern ihr Nachwuchs. Ihre Raupen sind es nämlich, die sich an den Kleidungsstücken vergreifen. Zudem muss man wissen, dass ein Kleidermotten-Nest meist tief versteckt in einem Bohrloch, einer Ritze im Kleiderschrank oder unter der Holzverkleidung angelegt ist. Die Nester sind kaum aufzuspüren und mit bloßem Auge so gut wie nicht zu erkennen. Pro Nest schlummern rund 200 bis 300 mikroskopisch kleine Motteneier vor sich hin. Diese Larven nisten sich im Kleiderschrank ein und entwickeln sich dann zu Raupen. Diese ziehen nach dem Schlüpfen los, um feines Wollgarn anzuknabbern – es zeigen sich eindeutige Fraßspuren.

 

Wie lange leben Kleidermotten?

Braune MotteÜberlebenszeitanalyse dieser Kleidungsmotte zu bestimmen muss man den Biorhythmus und die Fortpflanzungsfreude der Motte kennen. Generell dauert die Entwicklung vom Ei bis zum geschlechtsreifen Falter zirka 60 Tage. Vor allem in der wärmeren Jahreszeit werden sie aktiv. Unbehandelt kann es also durchaus zu vier vermehrungsfreudigen Generation pro Jahr und Kleiderschrank kommen! Um den Entwicklungszyklus zu unterbrechen, müssen daher mehrere Schlupfwespen-Kolonien nacheinander ausgebracht werden. Die Erfahrung zeigt, dass im Abstand von drei Wochen die Kärtchen gewechselt werden sollten. Dann können die Nützlinge gründlich und nachhaltig alle Altersstufen bzw. Stadien der Mottengeneration erreichen und vernichten.

Sind die Eier und Larven aller Motten ausgerottet, sterben die Schlupfwespen ebenfalls ab. Der Habrobracon (Nützling), also die Schlupfwespe, unterbindet gezielt den Fortpflanzungszyklus der Motte. Somit sind die gefräßigen Larven innerhalb weniger Wochen gänzlich vernichtet und die Garderobe und das Zuhause wieder Mottenfrei. Textilmotten und Trichogramma teilen sich eben nicht den gleichen Lebensraum. Schlupfwespen wirken übrigens auch, wenn Lebensmittel von Motten befallen sind!

 

Vorbeugen – Tipps und Hausmittel für einen besseren Kleidermottenschutz

Wer sich noch nicht durchringen kann, die effektiven Kärtchen mit den Eiern der Schlupfwespe zuhause auszulegen, sucht vielleicht zunächst noch nach anderen Lösungen. Wer Kleidermotten ohne Chemie bekämpfen möchte, könnte diese Tipps hier ausprobieren:

Nur frisch gewaschene Kleidung einräumen

Kleidermotten lieben Keratin. Je mehr Hautschüppchen und Menschenhaare zwischen den Textilfasern haften, desto eher schlagen Motten zu. Deshalb: alles immer heiß waschen und erst dann in den Schrank einräumen.

Neemöl

Das zähflüssige und streng riechende Öl soll Motten die Lust am Aufenthalt in den eigenen vier Wänden nehmen. Leider riecht Neemöl (auch Niemöl) so stark, dass auch der Mensch eher Reißaus nimmt. Insofern könnte das Öl schon wirken, wenn man sich an dem starken Geruch nicht stört.

Essigwasser

Immer wieder wird unterstellt, dass mangelnde Hygiene zu Kleidermottenbefall führt. Deshalb soll das gründliche Auswaschen von Schubläden und Schränken die Motten vertreiben. Allerdings halten sie sich gut geschützt in Ritzen und Ecken auf, in die das Essigwasser kaum eindringen kann. Trotzdem kann es hilfreich sein, den Kleiderschrank einmal gründlich damit zu reinigen und neu einzuräumen.

Seife

Ähnlich wie Essigwasser könnte auch Seife bzw. Schmierseife helfen. Kokons, Motteneier bzw. Larven sind störungsanfällig und brauchen eigentlich Dunkelheit und Ruhe. Rückt man ihnen mit Tensiden zu Leibe, könnte das einige von ihnen vertreiben.

Kleidung einfrieren

Wer keine vergrämenden Produkte zum Mottenschutz einsetzen möchte, könnte seine Textilien auch eine Zeit lang in die Gefriertruhe legen. Für rund sieben Tage sollte die Bekleidung darin allerdings schon verweilen, um die gut eingehüllten Larven sicher abzutöten.

Staubsaugen

Ein Nest mit Larveneiern könnte auch mit einem Staubsauger abgesaugt werden. Dann muss der Beutel allerdings umgehend vom Wohnhaus entfernt entsorgt werden, weil die Larven sonst darin weiter nisten könnten.

 

 


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